Fütterung der Zuchtzibben

 

Der initiative Züchter hat sich schon sehr früh ein Bild gemacht, welche Zibbe von ihm in die Zucht eingestellt werden sollen. Dementsprechend achtet er bei diesen Tieren darauf, dass sie gut ernährt werden, jedoch niemals verfettet sein dürfen. Fette Zibben nehmen sehr schwer oder überhaupt nicht auf. Kann dennoch ein erfolgreicher Deckakt vollzogen werden leiden diese Tiere oft an Geburtsbeschwerden oder infolge Verfettung des Milchdrüsengewebes an akutem Milchmangel. Der Züchter hat somit die Aufgabe, Futtermenge und Futterqualität lange Zeit vor dem Deckakt zu überwachen und die körperliche Verfassung einer Zuchtzibbe zu beobachten. Wichtig ist zudem, dass speziell während der Tragzeit genügend Flüssigkeit bereitgestellt wird. Auch nach dem Wurfakt, während der ganzen Säugezeit, ist Trinkwasser in genügender Menge vorzusetzen um eine Steigerung der Milchabsonderung zu gewährleisten. Sollte es an Flüssigkeit mangeln, wird die Milchbildung stark verringert. Vielfach hat man schon die Beobachtung gemacht, dass Zibben in den ersten zwei- drei   Tagen nicht genügend Milch absondern, dies kommt vor allem bei Erstlingszibben vor, so muss man das Tier animieren, indem ihm durch geeignetes Tränken und Beigabe von Grünfutter oder Wurzelknollen nachgeholfen werden kann. Die Milchproduktion zu vermehren macht sich bei den Jungtieren immer bezahlt, dabei hat sich die Zugabe von Fencheltee gut bewährt.

 

Irrig ist die Meinung, den Muttertieren bereits nach dem Wurfakt zwei bis dreifache                            Kraftfutterportionen abzugeben. dabei besteht die grosse Ge­fahr, dass eine gefährliche Eiweissübersättigung entsteht und das   Mutter­tier durch diese Vergiftung eingeht oder abgetan werden muss. In den meisten Fällen können die Jungtiere auch nicht mehr gerettet werden.

 

Grundsätzlich haben tragende, wie säugende Zibben eine Kraftfutterzu­gabe zu erhalten, jedoch nach Mass und Ziel. Die Bildung der Jungtiere in der Gebärmutter verlangt ein eiweissreiches Futter. Die Natur sorgt ganz allgemein für das keimende Leben. Verfügt die Ernährung des Muttertieres nicht über die nötigen Nährstoffe für die Jungen, so werden diese aus­nahmslos von Körper der Mutter abgebaut. dies macht sich gut durch starke Abmagerung des Muttertieres bemerkbar. Die gleichen E rk~r1ntnis-se zeigen sich. wenn das Muttertier zu mineralstoffarm ernährt wird, wenn Gras, Heu und Pflanzenprodukte aus kalkarmen Böden verfüttert werden. Auch an diesem Beispiel wird ersichtlich dass der Kalk. der für die Skelettbildung der Jungen benötigt wird,  ausschliesslich von der Knochen­substanz und dem Kalziumvorrat der Mutter abgebaut werden. Dies kann beim Muttertier zu Knochenerweichungen bis zu Knochenbrüchen      führen. Für den Züchter heisst dies ganz allgemein, das Muttertier währe     ~d der Säugezeit gut zu beobachten und bei  Unsicherheit hin und wieder Ge­wichtskontrollen vorzunehmen. Grundsätzlich darf das Normalgewicht der betreffenden Rasse nicht unterschritten werden.

 

Es empfiehlt sich, Muttertier und Jungmannschaft abwechslungsreich zu füttern, die Portionen mit Mass zu verabreichen und wenn immer möglich pro Tag zweimal zu füttern. Eine minimale Beigabe von vitaminhaltigem Futterkalk hat bekanntlich schon gute Erfolge gebracht.