| Geschichtliches zum Feh Kaninchen |
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Fehfarbige Kaninchen waren um die Jahrhundertwende im Ausland schon gut bekannt, vor allem in England und Deutschland wurden zur selben Zeit verschiedene Feharten gehalten, bevor die neue Schweizer Zucht- Richtung entstand. Bei unseren nördlichen Nachbarn hatte sich vor allem das ,,Marburger Feh", das ,Augsburger Feh" und das ,,Düsseldorfer Perlfeh, in Holland das ,,Gonwenaar", in England das Lilac", in Frankreich das ,,Lapin Fee oder Petit Gris" und in Belgien das ,,Gris-Perl de Wal" durchgesetzt. All diese Feharten hatten sich in ihrer Fellfarbe keinesfalls wesentlich unterschieden. Die Zuchtbestrebungen der Züchter waren darauf ausgegangen, das Fell des Sibirischen Eichhörnchens mehr oder weniger zu imitieren Das Charakteristikum dieses echten Fehpelzes ist seine eigenartige Perlung, wobei beizufügen ist, dass auch bei diesem echten
Pelztier, je nach Sibirischer Region, die Farbe unterschiedlich dunkel- bis
hellblau-grau erscheint. |
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Grosse Abweichungen waren bei den verschiedenen Feharten beim Gewicht und Grösse
festzustellen, so
wurden in gewissen Ländern blau-graue Tiere mit dunkelbraunen Riesenrassen
gekreuzt, dabei entstanden die
sogenannten ,,Groll-Fehkaninchen" mit einem durchschnittlichem Gewicht bis 5
Kilogramm. Lange Jahre konnte
man sich nicht auf einen einheitlichen Fehtyp einigen. Unglücklicherweise wurden
dann zudem noch Feh
Lohkaninchen, fehfarbige Russenkaninchen und fehfarbige Holländerkaninchen
gezüchtet. Es war bekannt, dass
an vielen Orten und Ländern, hauptsächlich aus braunen und blauen Tieren ,
fehfarbige Rassen
herausgezüchtet wurden, die mehr oder weniger ansprechen konnten, doch die echte
Perlung fehlte. Dies
führte dazu, dass keine Vereinheitlichung der Zuchtrichtung stattfinden konnte.
Sehr erfreulich ist heute festzustellen, das viele dieser Fehschläge früher oder
später wieder verschwanden
und die Züchtergemeinschaften sich weitgehend auf die ausgesprochene Imitation
der mittleren Fehfarbe mit
nicht allzu grober Perlung gefunden hat.
Das Schweizer- Fehkaninchen wurde im Jahre 1 918 von Züchter K. Weber, Menzikon,
ebenfalls durch eine
Kombination herausgezüchtet. Die Entstehung dieser neuen Rasse schildert der
Herauszüchter in
Tierweltausgabe Nr.2 des Jahres 1922 wie folgt: |
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Zuerst etwas über
die Entstehung des Schweizer-Fehkaninchens, das vom Schweizer Fehklub
weiter gezüchtet wird und sich von Generation zu Generation verbessert. Im
Jahre 1918 war ich im Besitze eines Grausilberammlers und einer
braunperligen Schlachtzibbe mit schwarzen Sticheln. Diese Zibbe
entstammte einem Kreuzungsgemisch von Holländerkaninchen, Schwarzloh und
braunwildfarbigen Tieren. Durch Zufall wurde diese Zibbe von dem erwähnten
Grausilberrammler gedeckt und das Resultat waren vier Jungtiere wovon die
graublauen im zuchtfähigen Alter gepaart wurden. Aus dieser Paarung gingen
sechs Tiere hervor, alle ~ je ihre Eltern, drei davon hatten eine sehr
schöne blaue Unterfarbe. So ging die Zucht weiter, Vater auf Tochter, Sohn
auf Mutter und Geschwister auf Geschwister. Nun bin ich heute damit am
Ende der fünften Generation Inzucht angelangt. |
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Durch Einkreuzung
meiner Zucht mit einem Marburger Fehrammler machte ich schlechte
Erfahrungen. Die erhaltenen Tiere waren wie die Mutter, mit dem
Unterschiede, dass ihre Unterfarbe statt blau, nur weiss waren, der Rest
des Wurfes waren Blaue Wiener. Blauwiener Geschwister des Wurfes gaben
Marburger Feh ohne Perlung, aber mit schöner, blauer Unterfarbe (
bekanntlich fehlt dem Marburger Feh jede Perlung), durch diese Erfahrungen
mit dem Marburger Feh Rammler kam ich auf meine alte Zucht zurück". |
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Aus dieser
Beschreibung können wir festhalten, dass in der Schweizer Zuchtrichtung
nebst verschiedenen Kreuzungsprodukten auch Schwarz-silber (Grausilber)
massgebend beteiligt waren. Ohne Zweifel entstanden auch im Ausland
Tiere, die ganz unserem Schweizer Feh entsprachen, so zum Beispiel das
deutsche "Perlfeh"; welches die gleiche Zuchtrichtung, gleiches Aussehen
und gleiche Perlung anstrebt. Beide sind blauwildfarbige Kleinrassen mit
einer gleichmässig verteilten Perlung. Wobei unter diesem Begriff ein
Zusammenspiel von gelbmausgrauen mit hellen Einlagen und blaugespitzten
Deckhaaren verstanden wird. |
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Glücklicherweise
wurde in der Schweiz das anfängliche Zuchtziel eingehalten und nicht in
verschiedene Zuchtrichtungen, im Gegensatz zum Ausland, aufgesplittert
dies brachte beim Schweizer Fehzüchter den Vorteil, dass praktisch keine
Importe getätigt wurden, um nicht unpassendes Zuchtmaterial in seine
eigene Zucht einzuführen, weshalb man auch wenig Wert auf lmporttiere
legte. Einerseits waren die ausländischen Zuchten im Rassetyp sehr
unterschiedlich und zu gross, andererseits mangelte es an der gewünschten
Unter- und Zwischenfarbe. Auch die gleichmässige Perlung war sehr oft
mangelhaft, so dass die Schweizer Zuchtrichtung mehrheitlich vorgezogen
wurde. |
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Der Schweizer Feh trägt also mit Recht den Namen "Schweizer Feh Kaninchen" denn
dieser Schlag wurde tatsächlich in der Schweiz gezüchtet. Zu diesem Erfolg hat
der Spezialklub, welcher im Jahre 1921 gegründet wurde und sich heute aus 7
Untergruppen zusammensetzt, entscheidendes zum heutigen Zuchtstand beigetragen. |