Innen oder Aussenstallanlage?

 

Ganz allgemein werden Innen- und Aussenstallungen unterschieden. Bei den Innenstallungen werden die vorhandenen Stallboxen in abgeschlos­senen Räumen aufgestellt, wobei, wie schon angedeutet, auf eine gute Licht- und Frischluftzufuhr unbedingt geachtet werden muss. Ein weiterer Vorteil, der damit verbunden ist, dass der Züchter bei jedem Wetter im Trockenen und windgeschützt seine Arbeiten verrichten kann. Als Nachteil ist dennoch zu vermerken: die Tiere passen sich weniger schnell den Umwelteinflüssen an, was den Haarungsprozess verzögern kann.

Aussenstallungen sollten von solider Bauart und mit vorspringender Beda­chung versehen sein. Die Ställe sind nach Möglichkeit Richtung Morgenson­ne aufzustellen. Sollte dies von der Platzierung her nicht möglich sein, dann muss darauf geachtet werden, dass die Stallfronten vor starker Sonnenbe­strahlung und anderen Witterungseinflüssen wie Regen, Schnee und Wind geschützt werden. Der grosse Vorteil der Aussenstallungen besteht darin, dass sich die Tiere den wechselnden Umweltbedingungen besser und vor allem schneller anpassen. Zudem wird dadurch auch ihre Widerstandskraft dadurch gefördert. Dass Reinlichkeit und Ordnung zur allgemeinen fort­schrittlichen Kaninchenhaltung gehören, ist für den organisierten Züchter eine Selbstverständlichkeit, dies wird auch der liebe Nachtbar zu schätzen wissen. Wenn auch keine Luxusanlagen verlangt werden, so ist doch auf den Gesamteindruck der Anlage Wert zu legen, denn gerade eine schöne Zuchtanlage zeugt von Tierfreundlichkeit und Interesse des Züchters. Zudem drückt Ordnungssinn und Tierliebe in ihrer Betätigung auch ethische Werte der Rassekaninchenzucht aus.

 Es bleibt noch zu bemerken, dass Zibben mit Jungtieren gemäss Tierschutz­verordnung 1991 zwei Stallabteile mit erhöhtem Durchgang zur Verfügung haben müssen, wobei die gesamte Bodenfläche mindestens 6000 cm" betragen sollte. Muttertiere müssen sich von ihren Jungen in ein anderes Abteil zurückziehen können. Der Wurfgrösse entsprechend ist es nötig, genügend Trink- und Futtergeschirre bereit zu stellen. 

Grundsätzlich darf gesagt werden, dass den Kaninchen nie genug Platz zur Verfügung gestellt werden kann. Es ist deshalb sehr vorteilhaft, wenn den Tieren so oft wie möglich Auslauf geboten wird. Viel Bewegung fördert die Muskulatur und das Wohlbefinden der Tiere. Ein möglichst grosses Auslauf­gatter, welches täglich verstellt werden kann, leistet hierbei gute Dienste. Sehr wichtig dabei ist es aber, dass ein Schutzhaus zur Verfügung steht, in das sich die Tiere bei Unwetter und zu starker Sonnenbestrahlung zurück­ziehen können. 

Sind die Jungen älter als sechs Wochen, sollten sie nicht mehr vom Stall in den Auslauf gebracht werden. Allein der Stallwechsel kann dazu führen, dass der Geschlechtstrieb geweckt wird und sie einander zu jagen und beissen beginnen. Sollen die Jungen auch nach der sechsten Lebens­woche täglich ihren Freiraum geniessen können, so sind sie Tag und Nacht im Freilauf zu belassen. Dies wiederum birgt die Gefahr in sich, dass sie zu graben beginnen und dauernd ausbrechen, womit sie eine leichte Beute von Fuchs, Marder, Katze oder Greifvögel werden. 

Ab Ende August sollten die Tiere in ihren Ställen bleiben. Einerseits ist das Klima dann sehr feucht, was die Kaninchen keineswegs lieben und andererseits führt die direkte Sonnenbestrahlung dazu, dass die Fellfarbe matt, abgeschossen' und verfärbt wird. Unmittelbar vor und nach dem letzten Haarwechsel im Herbst bleiben unsere Tiere deshalb in ihren Ställen, so dass sie das "Hochzeitskleid" bis nach der Ausstellungssaison behalten können.